#10 Faszination Kaiserhaus

Shownotes

Über 600 Jahre prägten die Habsburger die europäische Geschichte. Persönliche Gegenstände geben Einblicke in das Hofleben – von einer historisch bedeutsamen Weste des Maximilian I. von Mexiko bis zu einem filigranen Fächer mit Monogramm der sagenumwobenen Kaiserin Elisabeth. Dorotheum Experte Georg Ludwigstorff spricht über eine Auktion, die einer Reise durch die Geschichte einer Dynastie gleicht.

Host: Andreas Maurer

Gäste: Georg Ludwigstorff

Dorotheum

Website: https://www.dorotheum.com

Zur Auktion Kaiserhaus & Historika: https://www.dorotheum.com/de/a/122231/

Dorotheum bei Instagram: https://www.instagram.com/dorotheum/

Musik: by https://www.fiftysounds.com

Transkript anzeigen

00:00:01: Man ist permanent umgeben, sozusagen von der Habsburger Monarchie.

00:00:04: Die Kaiser und Elisabeth sind am meisten populär, sagen wir so bei den Sammlern.

00:00:09: Würde Sissi in der Gegenwart leben hätte sie vermutlich Millionen Follower auf Social Media

00:00:15: Denn Unterschied macht dann aus wenn Sie persönliche Gegenstände der Kaiserin haben die sie persönlich benutzt hat.

00:00:20: das sind dann wirklich ganz bedeutende historischen Objekte In den letzten Jahren im Jahrzehnten, in dem die Erdbeer-Aktion

00:00:34: von Kaiser Josef II in Wien geründet wurde.

00:00:39: Mehr als drei Jahrhunderte später gehört das Aktionshaus zu den bedeutendsten Europas und besitzt mit der Sparte Kaiseraus eine internationale Besonderheit.

00:00:50: Hier kommen Objekte unter den Hammer – die Geschichte greifbar machen!

00:00:54: Nachlässe aus Hochadelsbesitz, Porträtes europäischer Herrscherhäuser Erinnerungsstücke aus dem Umfeld der Habsburger oder persönliche Gegenstände die einst Kaiserinnen, Erzherzögen und Hofbeamten gehörten.

00:01:09: Manchmal sind es spektakuläre Stücke manchmal überraschend alltägliche Ein Fächer von Kaiserin Sissi eine Geschenkuhe Kaiser Franz Josefs Eine Kinderzeichnung von Kronprinz Hudolf Oder sogar eine Weste die eine ganz eigene Geschichte erzählt.

00:01:26: Was den Reiz solcher Objekte ausmacht und warum Sissy Franziose von Die Habsburger bis heute so große Faszination ausüben, darum geht es in dieser Folge des Dorotheum-Podcastes.

00:01:39: Ich bin Andreas Maurer.

00:01:41: Hallo und herzlich willkommen!

00:01:48: Also wir haben hier sozusagen ein relativ kleines kirurgisches Besteck.

00:01:53: Das Leibarzt ist das Kaisers Franz Josef, wo er dann auf einem so kleinen Skalbell vermerkt hat.

00:01:59: Sozusagen seine Majestät der Kaiser und dann ein Datum-Achzehn-Siebzig.

00:02:03: Und dann ein zweites Datum Achtzehn Zweiund Siebziger von dem anderen dieser kleinen Messer oder Skalbele.

00:02:08: D.h.,

00:02:08: es hat sich aufgeoben, weil mit diesem Skalbelt hat er sich eine mir nicht bekannt Was-Operation oder kleine Operation beim Kaiser vorgenommen.

00:02:17: Auch ein Augenpulver für Erzherzog Franz Karl gehört zu diesem chirurgischen Besteck, das bei der kommenden Kaiserhausauktion unter den Hammer kommt.

00:02:27: Erklärt der Experte dafür Georg Ludwigstorff?

00:02:31: Also da sind so kuriose Objekte die auch jetzt nicht sehr teuer sehen im Verhältnis aber wo man sieht dass dieser Leibart damals sichtelt ist und Stück schon einen besonderen Wert beigemessen hat.

00:02:42: also erinnerungsstück zumindest.

00:02:44: Und apropos Erinnerung Ich bin nicht der Saal, muss Georg Ludwigstorff gelegentlich am Telefon erklären.

00:02:52: Denn Anruferinnen und Anrufe möchten in den Ludwigsdorfssaal des Dorotheums verbunden werden – dem traditionsreichen Versteigerungsort des Hauses.

00:03:01: Stattdessen landen sie bei Georg Ludwigstorf, dem Experten für Münzen-, Orden-, Silber- und Kaiserhaus.

00:03:08: Ganz zufällig ist die Namensgleichheit allerdings nicht!

00:03:12: Der Saal ist nach einem Vorfahren benannt.

00:03:14: Als Jurist und Berater Kaiser Josefs des Ersten verfasste der, die Stiftungsstatut des neu gegründeten Dorotheums.

00:03:24: Eine bemerkenswerte Familiengeschichte.

00:03:27: doch für eine Karriere als Kaiserhausexperte braucht es dann doch ein bisschen mehr als nur einen berühmten Namen betont Georg Ludwigstorff.

00:03:36: Ich habe einfach Geschichte und Kunstgeschichte studiert und hab mich immer beschäftigt mit der österreichischen Monarchie.

00:03:42: Und da war das dann naheliegend, und dann wächst man natürlich im Laufe der Jahre

00:03:46: dahinein.".

00:03:47: Mittlerweile kennt Georg Ludwigstorff auch nahe zu alle Mitglieder des ehemaligen Habsburger Hauses – und er weiß, warum das Kaiserhaus bis heute so eine Faszination aussübt!

00:03:59: Weil man in Wien, wahrscheinlich wenn man sich in Wim bewegt einfach umgeben ist so vom Geschichte rundherum also natürlich vor allem mit der inneren Stadt beginnen mit der Ringstraße mit den ganzen brachtvollen Gebäuden Palais Hofburg Schloss Schembrunn.

00:04:12: Also man ist permanent umgeben sozusagen von der Habsburger Monarchie.

00:04:22: Mehr als sechshundert Jahre prägte die Habsberger Dynastie große Teile Europas.

00:04:28: Aus einer regionalen Herrscher-Familie entwickelte sich eines der mächtigsten Häuser des Kontinents.

00:04:34: Die Kaiserhausauktion des Dorotheums folgt gewissermaßen dieser Geschichte.

00:04:40: Den chronologischen Anfang bilden meist Porträts und Erinnerungsstücke aus der frühen Neuzeit, darunter Darstellungen von Kaiser Maximilian I., der um fifteen Hundert regierte und als einer der bedeutendsten Habsburger gilt.

00:04:55: Oft handelte es sich dabei allerdings um spätere historisierende Portais.

00:05:00: Wirklich dicht wird die Überlieferung erst ab dem achzehnten Jahrhundert, also ab der Zeit Kaiser Karls des Sechsten und seiner Tochter Maria Theresia.

00:05:10: Von da an begegnen uns nicht nur Gemälde sondern zunehmend auch persönliche Gegenstände Dokumente und Erinnerungsstücke.

00:05:18: Die Kaiserhaus-Auktion ist damit nicht nur ein Marktplatz für Sammlerinnen und Sammlers, sondern zugleich eine Reise durch die Geschichte einer Dynastie, die Österreichs und große Teile Europas über Jahrhunderte geprägt hat.

00:05:39: Vor allem beim Kaiserhaus sagt Georg Ludwigstorff darf man die Bedeutung der Provenienz nicht unterschätzen.

00:05:46: Entscheidend ist oft weniger das Objekt selbst als die Geschichte, die sich mit ihm verbindet oder wie er es formuliert Man verkauft auch die Verpackung rundherum.

00:05:57: Entsprechend breit ist der Kreis der Interessierten.

00:06:00: Wobei man sagen muss, dass zu den großen Käufergruppen einfach Museen gehören durch historische Sammlungen.

00:06:06: Also in Wien oder Österreich sind es ein paar Museen.

00:06:10: Das ist ihr bekannt.

00:06:11: das ist zum Beispiel die Schönbrunnbetriebsgesellschaft, die Schön Brunnen betreibt und auch die Hofburg Und dort liegen in den Ausstellungen schon einige Stücke, die wir in den Aktionen vermitteln konnten.

00:06:23: Auch Museen und öffentliche Sammlungen im Ausland erwerben regelmäßig Objekte aus den Kaiserhaus-Auktionen des Dorotheums, um ihre Bestände zur Geschichte der Habsburger zu ergänzen.

00:06:34: Daneben gibt es zahlreiche private Sammlerinnen und Sammlar die sich für Erinnerungsstücke aus dem Umfeld der Monarchie begeistern.

00:06:43: Besonders beliebt sind dabei Objekten, die mit Kaiserin Elisabeth besser bekannt als Sissi in Verbindung stehen.

00:06:50: Kaum eine andere Persönlichkeit des Hauses Habsburg übt bis heute eine vergleichbare Anziehungskraft aus, auf Historiker ebenso wie auf Sammler.

00:07:04: Ich setze immer mit den Kaiserin Elisabeth Filmen, mit dieser Trilogie und der Homo Schneider.

00:07:10: Das macht sie bis heute verwechselbar eigentlich mit der Kaiserin selber die Homo-Schneider aber auch aktuell wie wir sehen es gibt ja Musikles, permanent immer wieder Filme also die Kaisern.

00:07:22: Elisabet ist Thema in Medien und überall eigentlich.

00:07:30: Würde Sissi in der Gegenwart leben hätte sie vermutlich Millionen Follower auf Social Media Denn kaum eine historische Persönlichkeit des neunzehnten Jahrhunderts wird bis heute so intensiv verehrt, diskutiert und immer wieder neu interpretiert wie die österreichische Kaiserin.

00:07:49: Der Grund?

00:07:50: Ihr Leben bietet perfektes Storytelling-Material!

00:07:53: Die junge Schönheit vom Land, die unerwartet Kaiserin wird.

00:07:57: Die Konflikte am Wiener Hof, familiäre Tragödien wie den Verlust ihres Sohnes, Grunprinz Rudolf und schließlich ihr eigener gewaltsamer Tod, in Genf.

00:08:09: Dazu war Sissi eine Persönlichkeit voller Widersprüche.

00:08:13: Obwohl Teil der mächtigsten Dynastie Europas entzug sie sich immer wieder dem Zwingen des Hofes.

00:08:20: Rastlos reiste sie durch Europa, betrieb einen für ihre Zeit nahezu obsessiven Körperkult unterwarf sich strengen Diäten und galt als eine der besten Reiterinnen des Kontinents.

00:08:32: Gleichzeitig schrieb sie Gedichte, beschäftigte sich mit Kunst- und Literatur und entwickelte eine tiefe Skepsis gegenüber ihrer eigenen Rolle als Monarchin.

00:08:44: So pendelt das Sissy-Bild bis heute zwischen Märchenfigur und Rebellin, romantischer Ikone und tragischer Heldin.

00:08:51: Und genau deshalb scheint jede Generation ihre eigene Sissy zu entdecken!

00:09:01: Wir haben also gerade im Bereich, sage ich mal jetzt, dem Kaiserin Elizabeth gibt es auch viele jüngere Damen, die das heute gern sammeln.

00:09:08: Je nach finanziellen Möglichkeiten beginnen bei kleineren Objekten, sei es in Statuen, sei's irgendwelche Litographien oder Farbdrucker der Zeit wo man halt die hübsche Kaiserei sieht bis hin dann eben zu so persönlichen Objekte.

00:09:21: Aber Achtung warnt Kaiserhausexperte Georg Ludwigstauf!

00:09:25: Nicht der gesamte Hausrat von Sissi ist gleich auktionswürdig

00:09:31: Sondern den Unterschied macht dann aus, wenn sie persönliche Gegenstände der Kaiserin haben die sie persönlich benutzt hat.

00:09:37: Beginnend bei ich sage mal beim Spitzentaschentuch aus ihrer Wäschekammer bis hin wir hatten auch schon Schuhe von ihr, wir hatten Fächer in der Aktion.

00:09:46: das sind alles Objekte die wenn die Kaiserin sich sozusagen fast wie die Votionalien oder Reliquien persönlich im Besitz gehabt und auch benützt hat die dann den Wert für die Sammler massiv erhöhen.

00:09:58: Auch in der aktuellen Kaiserhaus-Auktion werden zwei Fächer angeboten, die eines Zissi gehörten.

00:10:04: Einen davon hat Georg Ludwigstorff für unser Podcastgespräch mitgebracht – ein ebenso filigranes wie persönliches Erinnerungsstück aus dem Besitz der wohl berühmtesten Habsburger Rennen!

00:10:16: Ich habe jetzt einen Fäscher hier in der Hand.

00:10:18: Eben einen großen Fächern von ihr aus Pärdelmut Gestädel nennt man das für die Fachleute und einem schön gravierten Monogramm der kaiseren mit österreichischen Kaisergrunde.

00:10:31: Dieser Fächer ist insoweit besonders, weil er sein fächer is, es ein weißes Fächernblatt wie das heißt also wo aus der Fäche besteht den spitzen Blatt Und das kann man ziemlich genau datieren, weil die Kaiserin in späteren Jahren vor allem nach dem Tod des Gronprings Rudolf im Jahr achtzehn neunundachtzig eigentlich nur noch schwarz getragen hat und auch ihre Fächer dementsprechend schwarz waren.

00:10:53: Die späteren Fäger sind auch alle blickdicht, wie es heißt.

00:10:56: Man konnte nicht das Gesicht bei Kaisern erkennen, weil sie damals schon freute werden, dass auch manche Schauspieler haben oder Musikstars verfolgt worden sind von Journalisten, Paparazzi

00:11:07: usw.,

00:11:08: damit konnte sie sich dann

00:11:09: schützen.".

00:11:10: Das weiße Spitzenblatt dieses persönlichen Fächers von Kaiserin Elisabeth besticht durch seinen feinen floralen Dekor.

00:11:18: Auch mehr als hundert Jahre nach dem Tod der Monarchin wirkt das Stück noch immer erstaunlich elegant.

00:11:25: Vorsichtig öffnet Georg Ludwigstorff den wertvollen Fächer!

00:11:30: So schaut er aus hier, dass ist eben wie gesagt ein weißer Spitzenbrat mit geregelten oder gestickten auch floreim Dekors.

00:11:39: Und eben interessant ist dieses Monogramm, weil viele Fächer haben kein Monogram.

00:11:42: Aber manche Fächern, die sie wahrscheinlich geschenkt bekommen hat von anderen Mitgliedern der Familie, haben dann eben ihr persönliches Monogrammen darauf.

00:11:52: Ein eingraviertes Ehe für Elisabeth macht die Herkunft des Fächers auf den ersten Blick sichtbar.

00:11:59: Doch wie bestimmt man eigentlich den Wert eines solchen Objektes?

00:12:03: Anders als bei Gemälden gibt es ja schließlich keinen Werkverzeichnis.

00:12:09: Es gibt dann schon Erfahrungen, weil wir die Aktionen machen.

00:12:12: Wir sind über zwanzig Jahre, es gibt Erfahrungen in der Richtung und im Wahrheit der Schätzpreis den wir angeben ist eine Mindesterwartung.

00:12:20: In dem Regelfall zeigt die Aktionshistorie sozusagen oder die Zuschlagshistorie dass diese SchätzPreise oft pulverisiert werden und massiv überboten werden.

00:12:31: aber im Prinzip geht's einfach ums Objekt selber.

00:12:34: Da haben sie eine gewisse Preise, ein normaler Fächer in dieser Qualität kostet halt fünfhundert Euro.

00:12:38: Und wenn ihr aus dem Besitz der Kaiserin ist dann verdoppelt verdreifert vierfacht sich einmal der Minimum Schätzwert, in dem Fall eben dann zwei bis viertausend Euro.

00:12:47: aber das ist noch nicht das Ende der fahrenden Stange nennen wir es mal so sondern das ergibt sich dann wirklich in der Aktion und da sind die Preise einfach nicht vorhersehbar oft

00:12:57: Denn echte Sissi oder Kaiserhaus-Fans lassen sich von Experten Schätzpreisen nicht beeindrucken.

00:13:04: Bei diesen Memorabilien folgt die Nachfrage nicht immer den üblichen Regeln des Kunstmarkts, erinnert sich der Experte.

00:13:11: Wir hatten zum Beispiel vor langer Zeit der Stolperstein der Kaiserin genannt.

00:13:16: Das war einfach ein Lavabrocken, die Kaisern ist auf viel Gereisung gewandert und auf der Insel Santorien um diese Vulkaneinsel da ist sie herumspaziert und ist über einen so Lavabrokken gestolpert und hat eine der mit sie begleitenden Hofdamen diesen Stein als Erinnerungsstück mitgenommen, da wurde dann mit einem kleinen Sockel versehen und dann ist dann gestanden über diesem Stein stolperte die Kaiserin am so-und-so filten im Jahre so und so.

00:13:43: Und das war eben wirklich nur ein Loverbrocken und den haben wir dann glaube ich gerufen in der Aktion mit fünfhundert Euro und er hat dann gleich mal gebracht fünftausend Euro also das sind so Koriose die einfach nicht vorher sehbar sind.

00:13:55: Auch bei der kommenden Kaiserhaus-Auktion dürften Sissi Erinnerungsstücke wieder großes Interesse auf sich ziehen.

00:14:02: Neben dem Fächer der Kaiserin zählt ein luxuriöses Toilettkästchen zu den Toplots.

00:14:09: Das mit Carlsbader Sprudelstein verzierte Schmuckstück wird auf bis zu zwölf tausend Euro geschätzt.

00:14:17: Wie kommt aber so ein Schmuggästchen oder ein Lavabrocken, an dem sich die Kaiserin den C gestoßen hat überhaupt ins Dorotheum?

00:14:24: frage ich den Experten.

00:14:26: Ein Teil der Objekte bekommen wir von nachkommen, von ehemaligen Hofangestellten, vom Nachkommen von Rufdamen auch, nachfahren von diversen Adelsfamilien und dann gibt es ab und zu aber das ist eher selten dass Sammlungen aufgelöst werden wo die Leute da schon gesammelt haben und die kommen dann auch regelvoll zur unswellen eigentlich im Bereich des Hauses Habsburg naheliegend in wie natürlich geeinzig sind da wirklich große Aktionen machen.

00:14:52: So findet sich in der aktuellen Kaiserhaus-Auktion auch eine bemerkenswerte Sammlung von vierhundertfünfundfünftig Postkarten des kaiserlichen Leibkammerdinas Eugen Kettl.

00:15:04: Die Karten schrieb er überwiegend an seine Frau Luise, einige auch an seinen Sohn Franz.

00:15:10: Geschrieben wurden sie auf Reisen quer durch die Monarchie und Europa – von Brooke an der Leiter über Peißbaum bis nach Monte Carlo und St.

00:15:19: Petersburg!

00:15:20: Also die Karten selber verraten, diese Postkarten verratenen einfach sozusagen die dochmassive Reisetätigkeit des Kaisers.

00:15:27: Weil der Kammerdiener, dieser berühmte Eugen Ketterleben, permanent begleitet hat, also seit den Achtzehn-, Achtzig- und Neunzigerjahren.

00:15:35: Und daran kann man eigentlich ganz gut festmachen, wohin der Kaiser gereist ist auch teilweise in welchen Hotels er abgestiegen ist wenn es halt in Hotels war oder halt bei irgendwelchen Verwandten oder Bekannten in irgendwelche Schlössern.

00:15:50: Das verrät eigentlich sozusagen sehr viel über die massive Reisetität des Kaisers.

00:15:55: Der Inhalt der Postgarten selber ist meistens in der Richtung gehen, das Wetter ist schön.

00:15:59: Heute sind wir dort angekommen, morgen fahren wir in der Frühe dorthin und der Kaiser geht auf den

00:16:03: Jagd.".

00:16:04: Und doch erlauben die Postkarten einen seltenen Blick hinter die Kulissen des Hoflebens?

00:16:09: Eugen Kettels Korrespondenz dokumentiert den Alltag im unmittelbaren Umfeld des Monarchs und macht Geschichte überraschend greifbar!

00:16:19: Solche Einblicke ermöglichen auch viele andere Objekte der Kaiserhaus-Auktion.

00:16:24: Ein einzelner Hausschuh Kaiser Franz Josefs etwa – das Gegenstück hat die Zeit offenbar nicht überdauert.

00:16:31: Dazu kommen Handschuhe, der Erzherr zu gehen Elisabeth Marie ein Kämmerer Schlüssel aus der Regierungszeit Kaiser Carle des Sechsten um siebzehnhundertdreißig oder sogar einen Taschentuch des Kaisers.

00:16:44: Gereinigt versteht sich!

00:16:46: Sicher, auf den ersten Blick wirken diese Gegenstände unscheinbar.

00:16:51: Aber gerade deshalb erzählen sie oft besonders viel über die Gewohnheiten und die Lebenswelten jener Menschen, die einst im Zentrum eines Weltreichs standen.

00:17:01: Einblick in das Hof legen bekommen Sie allein durch die Mengen Geschirrteilen, die wir anbieten zum Beispiel von kaiserlichen Servissen, an diversen sogenannten Hoftafelspenden vom Hofball Was die Leute eben als Erinnerungsstück überreicht haben, da sehen sie sozusagen wie damals in was für einer Qualität die Objekte erstens gefertigt worden sind und die damals schon groß begehrte Erinnerungsstücke waren.

00:17:22: Aber es gibt dann wieder andere Objekten, wie wir mit der Aktion dieser Weste vom Kaiser Maximilian von Mexiko, vom Bruder von Kaiser Franz Josef, die aus einer amerikanischen Sammlung kommt wo die Authentizidät genau nachgewiesen ist.

00:17:37: Es ist aber jetzt nicht ganz klar für uns, ob er diese Weste weg ist sozusagen am Vorabend seiner Hinrichtung getragen hat oder nicht, dabei es ist eindeutig eine Weste aus seinem Besitz und aus dem Umfeld des Kaisers

00:17:48: stammend.".

00:17:55: Laut rückseitiger Angabe tug Kaiser Maximilian diese Weste in der Nacht vor seiner Exekution – am neunzehnten Juni, eighteenhundertsechzig im Gefängnis von Queretaro.

00:18:07: Damit verweist das schmucke Kleidungsstück auf eine der tragischsten Figuren der Habsburger Geschichte.

00:18:14: Heute kennt man Maximilian vor allem als Bauherren von Schloss Miramade bei Trieste, jenem märchenhaften Anwesen über Adria, dass er gemeinsam mit seiner Frau Charlotte von Belgien errichten ließ.

00:18:27: Doch sein Leben führte ihn weit über die Grenzen der Monarchie hinaus.

00:18:37: Unterstützt von Frankreichskaiser Napoleon III, sollte er ein neues Kaiserreich in Mexiko etablieren.

00:18:44: Das Projekt erwies sich jedoch als politischer Irrweg – nach dem Abzug der französischen Truppen verlor Maximilian seine Machtbasis.

00:18:53: Republikanische Gruppen nahmen ihm Gefangen und verurteilten ihn zum Tod.

00:18:58: Maximilian war erst vierunddreißig Jahre alt.

00:19:02: Seine Exekution erschütterte Europa und machte ihn zu einer fast mythischen Figur, zum tragischen Habsburger der für eine Krone sein Leben verlor.

00:19:12: Gerade diese Nähe zu den letzten Tagen eines Mannes, der als Kaiser auszugt und vor einem Erschießungskommando endete, macht die Weste in der aktuellen Auktion zu einem außergewöhnlichen historischen Zeugnis.

00:19:34: Das kommt aus einer berühmten amerikanischen eigentlich industriellen Familie.

00:19:38: Die Amerikaner waren immer sehr interessiert an diesem tragischen Sticks auf den Kaiser Maximilien, weil es natürlich ein eiligend war.

00:19:43: Und zwar war das eine Familie eines dexanischen Ölmoguls, wenn man so will der schon um nineteenhundert in Mexiko sowohl politisch als auch wirtschaftlich tätig war und dessen Frau damals schon solche Rinnonstücke gesammelt hat an den Kaiser Maximilien.

00:19:59: Das kommt jetzt direkt von den Enkelinn sozusagen dieser ehemaligen Sammlerin also der EFH dieses Öl Mogo-Uls die er in Mexico eben tätig ist und ist auf Versehen mit Demelsprechen, mit Autizitätsbeweisen, mit ihren anschriftlichen Erklärungen dazu usw.

00:20:14: Man darf daher auch den Namen des ursprünglichen Eigentümers verraten – er steht auch im Auktionskatalog!

00:20:21: Es handelt sich um den US-amerikanischen Anwalt-und Ölunternehmer William F. Buckley

00:20:27: Sr.,

00:20:28: während der bewegten Jahre der mexikanischen Revolution unterhielt Buckley enge Verbindungen zu Politik und Wirtschafteslandes.

00:20:37: Diese lückenlose Provenienz macht das Stück heute besonders interessant und ist für solche historischen Auktionslots auch gewissermaßen Voraussetzung, erklärt Georg Ludwigstorff.

00:20:48: Das kommen oft Leute zu uns die der Überlieferung nach Zuhause etwas finden wo da ein alter Zettel dabei ist von irgendjemandem beschrieben soll der Kaiserin gehört haben.

00:20:57: Aber da ist eben das Wesentliche, dass nachvollziehbar für uns die Provenenz ist.

00:21:02: Wenn Sie jetzt ein Monogramm drauf haben, dann ist es einfach natürlich.

00:21:05: Es gibt aber auch Objekte, die keine Monogramme haben oder keine alte Bestätigungen.

00:21:10: Da kann man dienen und so weiter.

00:21:13: Wenn aber dieses Objekt einfach beschrieben worden ist vom Großvater des Einbringers, dann wird's natürlich problematisch weil ich glaube den Leuten oft, wenn nicht eine wirkliche Authentizitätsnachweis für uns da ist Dann nehmen wir die Objekte nicht, weil dann auf den Markt die Leute natürlich das für so was viel bezahlen auch die hundertprozentige Sicherheit haben wollen dass es von der Kaiserin kommt.

00:21:36: Oder bei der Weste eben vom mexikanischen Kaiser.

00:21:40: In solchen Momenten wird Geschichte mehr als eine Abfolge von Daten und Ereignissen.

00:21:46: Selbst Georg Ludwigstorff spürt dann manchmal die unmittelbare Verbindung zu einer längst vergangenen Zeit.

00:21:53: Das sind wirklich die ganz bedeutenden historischen Objekten.

00:21:56: Also das Bedeutendste war sicher, meines Erachtens immer so wilde Sterbebetten vom Erzitzog Franz Ferdinand.

00:22:02: Das heute diese sterbische Slau nach der Mordung in Sarajevo, worauf er gebetet worden ist und dieses Scheslau steht heute im Herzgeschicht im Museum, wo sie auch hingehört.

00:22:12: Da haben wir gedacht es war der Anfang von dem Ende.

00:22:14: sozusagen, das war der Grund warum die erste Weltkrieg ausgebrochen ist und auch der Grund natürlich dann, dass es dann vorbei war mit der Habsburger Monarchie nach.

00:22:25: Wer täglich mit historischen Objekten arbeitet, entwickelt zwangsläufig einen professionellen Blick.

00:22:32: Raum fürs Staunen bleibt dennoch, erzählt der Kaiserhausexperte Georg Ludwigsdorf.

00:22:38: Oh ja es ist mir schon immer wieder erst mal manchmal wirklich interessant zu sehen welche Stücke überlebt haben, denen damals schon eine gewisse Bedeutung beigemessen worden ist.

00:22:49: Also das heißt es war damals schon ein Objekt der Begierde wenn man so will und dann hat einfach sozusagen man sieht diese unterschiedlichen Qualitäten.

00:22:56: und dann wenn man dann kommt ganz nah an dass Kai so auch selber im Bereich eben jetzt sage ich mal von Taschentüchern oder eben von Sotaufkleidern wo wir eines drinnen haben aus Erzheizwirkensbesitz einfach die doch tolle Qualität der Objekte die bis heute einfach unvergleichbar ist

00:23:15: Qualität, Handwerkskunst und die Nähe zu historischen Persönlichkeiten.

00:23:20: Vielleicht ist es genau diese Mischung, die den besonderen Reit der Kaiserhaus-Auktionen ausmacht?

00:23:27: Eine Reise durch die Dynastie der Habsburger, die jedes Jahr neue Geschichten ans Licht bringt und die von Menschen, Schicksalen und einer Welt erzählt, die zwar vergangen ist, deren Spuren aber bis heute faszinieren!

00:23:41: Alle Informationen zu dieser und weiteren Kaiserhaus-Auktionen finden Sie auf Dorotheum.com.

00:23:49: Das war über den Wert der Kunst, Der Dorotheumpodcast.

00:23:54: Ich bin Andreas Maurer Und verabschiede mich im Namen des Dorotheomteams bis zum nächsten Mal Weil Kunst eben mehr ist als man sieht.

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