#11 Sammelleidenschaft: Von Cartier bis Hermès

Shownotes

The Art of Luxury: Cartier, Hermès und die Kunst des Sammelns

Wann wird aus einzelnen Käufen eine Sammlung? Und was zählt mehr: große Namen, Seltenheit, Wert oder der eigene Geschmack?

In dieser Folge des Dorotheum-Podcasts spricht Andreas Maurer mit Regina Herbst, Expertin für Handtaschen und Accessoires im Dorotheum, und Philipp Demeter, Leiter der Abteilung Juwelen und Uhren. Anlass ist die Auktion „The Art of Luxury – Hundred Highlights from an Important German Collection“ am 22. Oktober 2026 im Palais Dorotheum in Wien. 100 Lose aus einer über mehr als 25 Jahre aufgebauten Privatsammlung werden angeboten, darunter Schmuck von Cartier und Bulgari sowie Handtaschen von Hermès.

Warum wurde ausgerechnet der Panther zu einer Ikone von Cartier? Woran erkennt man die Qualität einer Hermès-Tasche? Sollte man eine Birkin Bag tatsächlich benutzen? Welche Rolle spielen Rechnungen, Zertifikate, Provenienz und CITES-Dokumente? Und wie beginnt man selbst eine Sammlung? Regina Herbst und Philipp Demeter sprechen über Qualität und Leidenschaft, über Luxusobjekte zwischen Gebrauch und Wertanlage und über einen einfachen Rat, der beim Sammeln vielleicht wichtiger ist als jeder Investmenttipp: „Buy what you love.“

Auktion: The Art of Luxury – Hundred Highlights from an Important German Collection https://www.dorotheum.com/de/a/125479/

Datum: 22. Oktober 2026

Ort: Palais Dorotheum, Wien

Gäste: Regina Herbst, Expertin für Handtaschen und Accessoires, und Philipp Demeter, Leiter der Abteilung Juwelen und Uhren

Moderation: Andreas Maurer

Mehr Informationen und alle Lose der Auktion auf Dorotheum.com https://www.dorotheum.com

Musik: by https://www.fiftysounds.com

Transkript anzeigen

00:00:01: Also in dem Fall ist es schon so, dass der Panther einen tatsächlich anspringt.

00:00:05: Portwitz?

00:00:05: Und was man aber auf den zweiten Blick sieht, ist die Qualität der Sammlung.

00:00:08: Das Leder ist von bester Qualität.

00:00:10: Ich sage auch immer gerne wie meine alte Hermes-Tasche angreift und das Futterangreifte ist das ein Fingerschmächler.

00:00:16: Man muss die Hermeskunde sein um überhaupt eine Bestellung machen zu können.

00:00:19: Da ist schon sehr viel Bewusstsein dabei gewesen, was ich kaufe.

00:00:24: Spätestens zu dem Zeitpunkt als sowas gekauft wurde kann man von einem Sammeln

00:00:27: sprechen.

00:00:39: Was macht eigentlich eine gute Sammlung aus?

00:00:42: Ist es der Wert der einzelnen Stücke, die großen Namen ein möglichst seltener Gegenstand oder merkt man erst nach zwanzig, dreißig Jahren ob aus vielen Käufen tatsächlich eine Sammlungen geworden ist.

00:00:55: Im Dorotheum kommt am zweiundzwanzigsten Oktober unter dem Titel The Art of Luxury eine außergewöhnliche deutsche Privatsammlung unter den Hammer.

00:01:05: Einhundert Lose zusammengetragen über mehr als fünfundzwanzig Jahre.

00:01:10: Schmuck von Cartier und Bulgarie, dazu Handtaschen von Hermès – ebenso Klassiker aber auch Stücke die Selbstexpertinnen und Experten nicht jeden Tag zu Gesicht bekommen!

00:01:22: Ich bin Andreas Maurer und damit hallo bei dieser Dorotheum-Podcastfolge in der wir diesmal weniger über einzelne Schätzpreise sprechen Darüber wie Geschmack entsteht, warum Gebrauchsspuren nicht unbedingt ein Magli sein müssen und weshalb manchmal einen Nein der bessere Rat sein kann als ein Kauf.

00:01:44: Und wenn ich sage wir sprechen darüber heute hier bei mir sind Regina Herbst Expertin für Handtaschen und Accessoires im Dorotheum und Philipp Demeter Leitung der Abteilung Juwelen & Uhren.

00:01:57: Herr Demeter vor uns liegt auch gleich man kann sagen ein ganz besonderes Stück.

00:02:01: Also hier haben wir einen Armreif, ein Flexiblen aus der Panthair-Kollektion.

00:02:05: Da hat jetzt keinen Panther Kopf mit drauf aber wir sehen diese Saphire die eben unregelmäßig eingefasst sind um so ein bisschen die Struktur des Felses das Panthers auch wieder aufzunehmen.

00:02:15: Wenn

00:02:15: ich für unsere Hörerinnen und Hörern vielleicht ganz kurz unterbrechen darf,

00:02:18: achtzehnmal

00:02:19: taucht der Panther in dieser Auktion auf.

00:02:22: er springt uns also quasi direkt an als Regen als Armreifen, Urschmuck, Collier und sogar als Uhr.

00:02:30: Was macht dieses Motiv aber so stark, dass man davon offenbar nicht nur ein Stück haben möchte?

00:02:36: Ja der Panther ist natürlich eines der großen ikronischen Designs von Cartier.

00:02:40: Die Panthair-Kollektion in den Frühen des neunzehntzwanziger Jahre erstmals entstanden und das war tatsächlich von diesen Sammlern eins der Lieblingsmotiven.

00:02:51: Deswegen haben wir in dieser Auktion haben wir dreieinachtzig Schmuckstücke und davon achtzehn aus der Panthia Kollektion von Cartiers.

00:02:58: Also es ist eben wie gesagt ein ganz ikronisches Design und der Panther ist auch ein Zeichen der Weiblichkeit.

00:03:03: Er steht für Stärke, er steht für die selbstbewusste Frau, wie sie in den neunzehntzwanziger Jahren als der Panther zum ersten Mal aufkam, zum ersten mal wirklich starke Frauen, auch irgendwie präsent waren in der Gesellschaft – und für mich ist das damit einfach

00:03:17: verbunden.".

00:03:24: Die Geschichte des Panthers bei Cartier reicht sogar noch etwas weiter zurück.

00:03:29: Bereits in den letzten Jahren taucht das Fleckenmuster der Raubkatze auf einer Damenuhr auf.

00:03:36: Ende der vierziger Jahre entsteht für die Herzogin von Windsor eine der berühmten vollplastischen Panthair-Broschen.

00:03:44: Damit wird der Panther endgültig zu einer Signatur des Hauses Cartier.

00:03:55: und wenn Sie beide, Frau Herbst und Herr Demeter jetzt einmal nicht so erst aufs Etikett schauen, woran erkennen sie eigentlich Qualität?

00:04:04: Herr Demeter, beim Schmuckstück und Frau Herbst eben bei einer Tasche.

00:04:08: Also in dem Fall ist es schon so dass der Panteinen tatsächlich anspringt vor Twitz?

00:04:13: Eben da man sieht das und erkennt eben gleich Das is Katje.

00:04:16: Und was man aber auf den zweiten Blick sieht und es kommt dann auch relativ schnell Ist die Qualität der Sammlung.

00:04:20: also das ist für mich tatsächlich Auch der gemeinsame Nenner, und ich glaube Frau Herbst, da können Sie auch einstimmen.

00:04:25: Bei den Handtaschen sind ja wirklich auch schöne und extrem hochwertige Stücke.

00:04:29: Und das ist mit Sicherheit eine der Grundgedanke dieser Sammlung – es einfach höchste Qualität!

00:04:33: Frau Herbs zieht als Expertin für Handt Tasche- und Accessoires.

00:04:38: Was Herr Demeter gesagt hat, ist dass bei einer Tasche vergleichbar gibt's diesen Moment in dem sie das Stück sehen oder es in die Hand nehmen und sofort wissen, das ist jetzt außergewöhnlich gut gemacht.

00:04:50: Qualität der Ausführung.

00:04:52: Man sieht die Nähte, man sieht das Leder.

00:04:54: Sie steht einfach schön da!

00:04:56: Könnte mal jetzt sagen... Das kann man nicht von jeder Tasche behaupten.

00:05:00: Fast nichts zum Umbringen.

00:05:02: Wenn ich einmal eine etwas beschädigte oder zu heiß geliebte Hermes-Tasche sehe dann frage ich mich um Gottes Willen was ist passiert?

00:05:09: Weil nach Jahrzehnten oder Ich habe Taschen aus den Vierziger Jahren gehabt, die waren top.

00:05:15: Also da sieht man die Qualität.

00:05:16: Das Leder ist von bester Qualität, ich sage auch immer gerne wie meine alte Hermes-Tasche angreift und das Futterangreifte ist das ein Fingerschmeichler.

00:05:24: Fingersschmeichlern?

00:05:26: Das heißt ja eigentlich Anfassen!

00:05:28: Und bei den aktuellen Schätzpreisen – man darf sagen von bis zu zwanzigtausend Euro für eine Hermes Work in Bag….

00:05:35: Da könnte man aber auch auf die Idee kommen, die Taschen oder auch den Schmuck möglichst gar nimmer zu benutzen.

00:05:42: Aber die Sammlung in The Art of Luxury erzählt offenbar eine andere Geschichte als die Durchschnittstasche mit, ich sag mal, abgebrochenen Labellostiften und so weiter.

00:05:52: Sie sind sicher benutzt worden, aber man geht mit solchen Taschen in der Regel schon anders um als jetzt mit einer, wo ich sage meine Alltags-Tasche.

00:05:59: Wobei auch da noch begrenzt Verständnis habe, weil ich schaue auch dass ich selbst bei meiner Alltagstasche keinen Lippenstift irgendwo offen hab.

00:06:07: Das hängt davon ab wie die Dame natürlich auch damit umgeht.

00:06:10: Aber man soll damit leben!

00:06:11: Also es soll nicht nur das Vitrinnenstück, sondern auch die Tasche ist ein Gegenstand, den man benutzen soll.

00:06:17: Wie man damit umgeht, ist wieder was anderes.

00:06:19: Das finde ich ein ganz wichtiger Punkt, wenn ich da kurz etwas dazu sagen darf.

00:06:22: Als ich diese Sammlung zum ersten Mal gesehen habe, hat man eben natürlich auch gesehen gut die Handtaschen sind benutzt worden.

00:06:28: aber ich finde das ist schön, wenn nicht vielleicht einen Schritt zurückgehen darf.

00:06:31: Wenn man sich so überlegt wie funktioniert ein Auktionshaus?

00:06:34: Es gibt diesen Spruch der drei großen Ds.

00:06:37: Deaf, Depth, Divorce.

00:06:38: Heutzutage gibt es noch einen vierten Punkt meines Erachtens dazu und das ist diese Investmentgedanke.

00:06:43: Und gerade wenn wir über die Handtaschen sprechen, es gibt viele Leute, die versuchen eine zu bekommen – es ist ein ganz anderes Thema, der gar nicht so einfach so eine kaufen zu dürfen überhaupt vom Hersteller – dann wird sie superpfleglich behandelt, manchmal überhaupt nicht ausgepackt vor dem Gedanken, dass man sie irgendwann mal weiterverkauft.

00:06:58: Ich habe Betriebswirtschaft studiert, ich verstehe das.

00:07:00: Aber ich finde es wahnsinnig schade!

00:07:02: Weil das mit dem wir zu tun haben vorher ist, ich glaube sie stimmen mir da auch zu... Das sind schöne Dinge, da werden auch Emotionen damit transportiert.

00:07:09: Und umso schöner finde ich es, wenn das jemand hernimmt und man kann die Sachen pfleglich behandeln.

00:07:14: Man kann sie wieder aufbereiten lassen.

00:07:15: bei den Taschen gibt's diese Spars auch, wo man das richtig hinschicken kann.

00:07:19: Den Schmuck genau wie Sie gesagt haben.

00:07:20: Den kann man auftollieren, den kann man reinigen lassen selbstverständlich.

00:07:23: Das sollte man auch ab und zu mal machen lassen.

00:07:25: aber die Sachen sind dafür da dass man sie auch benutzt und das sieht man da und das find' ich sehr

00:07:29: schön.".

00:07:29: Das Wort Handtaschen-Spaar haben wir gerade gehört?

00:07:33: Gibt so was wirklich Frau Herbst?

00:07:34: Den Ausdruck gibt es wirklich und sagt man wirklich, also die Tasche wird dann quasi überholt je nachdem wie.

00:07:40: Man kann alles machen.

00:07:41: Also reparieren, nette Reparienfalls oder das Leder wieder auffrischen wird ganz toll gemacht.

00:07:46: Also für unsere Hörerinnen höre lautet die Regel benutzen aber nicht ruinieren!

00:07:52: Und wann passiert denn eigentlich dieser merkwürdige Wechsel?

00:07:56: Wann wird aus einer Tasche, die eigentlich zum Tragen gemacht worden ist ein Samlaobjekt?

00:08:04: Zum einen ist es ja selber, was man für ein Lebensstil hat.

00:08:07: Also selbst immer sehr bewusst, dass als Qualitätsprodukt und die Wiederverkaufbarkeit oder auch der Gedanke des Wert-Investments zu machen.

00:08:15: Wenn ich einen Lebensstil habe wo ich mir das unter Anführungszeichen relativ leicht leisten kann dann lebt man auch automatisch damit würde ich sagen weil dann hab' ich auch einen anderen Lebensstiel.

00:08:24: also für mich ist es auch nicht das Sinn der Sache wenn ich mir jetzt wirklich so absparen würde und dann ins Regal stelle Das war nie das Sinn einer Handtasche letztendlich für mich auch nicht ein Schmuckstück Stil habe und eigentlich sollte es für mich eine Normalität sein, es mir jederzeit erlassen zu können und tragen zu können.

00:08:44: Es gibt ja bei den Birkenbecks auch sportlichere Varianten oder eleganter.

00:08:48: Es kommt auf die Leder ausführen, auf die Größe usw.

00:08:50: Also wenn man diesen Stil lebt dann soll man ihn eigentlich auch in seinen Alltag einführen.

00:08:55: Und je nachdem natürlich habe ich jetzt die Abentasche hätte, die Version, die jetzt wirklich haben, dann wäre ich sie nicht so oft dran als würde die Sportliche Birkin, die eigentlich auch zur Alltags-Tasche werden kann.

00:09:04: Und das sieht man auch zum Teil!

00:09:06: auf der Straße.

00:09:07: Die Echten!

00:09:11: Herr Demeter, Sie haben bereits gesagt, sie hätten ziemlich schnell erkannt.

00:09:15: hier hat jemand nicht einfach nur viel gekauft Hier hat jemand wirklich gesammelt.

00:09:21: Woran kann man das vielleicht festmachen?

00:09:24: Also im Schmuckbereich habe ich relativ schnell erkannt ehrlich gesagt dass es eine Sammlung ist und zwar als ich die Sammlungen zum ersten Mal gesehen hab die Art und Weise wie akribisch alles vorbereitet war für meine Besuch.

00:09:35: Das habe ich selten in meiner Karriere erlebt Von diesen Schmuckstücken, fast bei jedem Schmucksück ist die Originalrechnung vorhanden.

00:09:41: Jede Rechnung steckte in einer Klasichtfolie.

00:09:43: In dieser Klasrichtfolie war zudem ein auf dener vier ausgedrucktes Foto des Schmucke-Stücks.

00:09:47: Jedes Etwi war vorhandene und das wurde alles für mich ausbereitet.

00:09:51: und da habe ich auf dem ersten Moment gesehen, dass es eine gut gepflegte Sammlung.

00:09:54: ganz klar ist.

00:09:56: Und was so spannend es für uns ist, da wir die ganzen Rechnungen haben können nachvollziehen welches Stück wann gekauft wurde Und die Grundzüge der Sammlung im Schmuckbereich zumindest bei den Handtaschen, das müssen Sie sagen vor Herbst.

00:10:07: Aber im Schmuckbereich, das waren sie die späten neunzeiger Jahre und da sind die Klassiker gekauft worden von Cartier.

00:10:12: ein Love-Armreif nicht ganz einfaches sondern schon mit den Brillanten aber grundsätzlich ein Klassicher mit einem hohen Wiedererkennungswert.

00:10:19: Das ist für jemanden der einen Schmucksstück von Cartiers möchte häufig das erste Schmuxstück was man gerne hat.

00:10:25: Dann ging es aber relativ schnell in den Bereich der schon durchaus individuellen Schmuksstücke Auf den ersten Blick.

00:10:31: nehmen wir jetzt mal raus die ganzen Panther-Körpfe, die erkennt man relativ schnell aus Cartier.

00:10:35: Aber manche Stücke sind dabei, die würde man auf den ersten Moment oder gar nicht unbedingt als Cartier erkennen aber das sind einfach tolle hochwertige Schmuckstücke und spätestens zu dem Zeitpunkt, dass sowas gekauft wurde kann man von einem Sammel entsprechen.

00:10:48: Das finde ich spannend weil für uns heißt es übersetzt ja eine Sammlung erkennt also nicht nur an den Dingen selbst sondern auch daran wie jemand mit ihnen umgeht Wie jemand mit ihnen umgeht.

00:11:01: Frau Herbst, sieht man diesen bewussten Aufbau einer Sammlung auch bei den Taschen?

00:11:07: Für mich war schon sehr bewusst das Wert Bewusstsein.

00:11:11: Das war sehr konkret eingekauft.

00:11:14: Genau gewusst.

00:11:15: selbst wenn ich jetzt innerhalb des Ermesskunden zum Beispiel Taschen kaufe sind es wirklich die Top-Taschen Ja, sehr viel Kokodileader.

00:11:23: Also da sind wir schon wie in einer anderen Reiskategorie als bei einem.

00:11:26: ist er jetzt normalen Stierleder was auch immer oder Straußenleder oder das muss man alles berücksichtigen und da ist es sehr bewusst gekauft worden ja?

00:11:35: Und auch schon zu einen Zeitpunkt wo das schon geschehen ist.

00:11:39: Das heißt man hat die Tasche auch noch mehr auf Bestellung bekommen.

00:11:42: Man musste Ermeskunde sein um überhaupt eine Bestellungen machen zu können.

00:11:45: Das war zehn, zwanzig Jahre vorher noch lang nicht so.

00:11:50: Da ist schon sehr viel Bewusstsein dabei gewesen, was ich kaufe und warum ich das kaufe.

00:11:56: Ja also für mich nochmal beeindruckend ist einfach auch diese Tatsache wie sorgfältig mit nicht nur den Schmuckstücken sondern auch allem drum herum umgegangen wurde.

00:12:05: Also wenn ich mir das überlege eben für jedes Schmückstück das ausgedruckte Foto die Rechnung des Cartier Zertifikates teilweise noch Edelstein Zertifikate.

00:12:12: Das heißt vier Dokumente pro Schmucksstück, achtzig Schmuxstücke als.

00:12:15: wir rechnen hier wirklich von richtig viel... Hier drum herum und das wurde alles sorgfältig in Ordnern abgeheftet.

00:12:21: Und ist erhalten, das ist schon wirklich besonders.

00:12:23: Das sagt auch viel über die Käuferinnen und Käuferin.

00:12:26: Wenn

00:12:26: man sich auch versicherungstechnisch überlegt... Genau!

00:12:29: Ist übrigens bei den Handtaschen auch so.

00:12:31: Vor allem was sehr bewusst war auch weil es ja sehr viele Gokodil-Taschen sind, Gokodeleider.

00:12:36: Diese sogenannten CITES-Kopien von der Firma AMS wo das bezeugt aus welcher Charge da heute diese Tasche gemacht worden ist?

00:12:44: Was heute ... Die ganze Sache erleichtert, falls es jemand vom Drittland kauft oder was auch immer.

00:12:49: Das ist eine Zusatzbestätigung, also dass das alles seine Ordnung hat – nicht nur die Rechnung sondern auch diese.

00:12:55: Das macht man sehr bewusst.

00:12:56: Also das ist oft im Laufe der Jahrzehnte verloren gegangen bei vielen Käuferinnen.

00:13:01: Da ist alles da!

00:13:03: Es ist mit den ganzen Dingen sehr bewusst umgegangen worden.

00:13:11: Bei Materialien geschützter Tierarten wie Elfenbein oder Krokoleder können Sites und andere Artenschutzbestimmungen eine wichtige Rolle spielen.

00:13:21: Sites ist ein internationales Artenschuzabkommen, das den grenzüberscheitenden Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten sowie daraus hergestellten Produkten regelt.

00:13:32: Das betrifft übrigens nicht nur Schmuck und Accessoires sondern zum Beispiel auch ein altes Klavier, das noch Elfenbindtasten hat.

00:13:40: Besonders bei einer Ausfuhr aus der Europäischen Union oder einer Einfuhr in ein Drittland werden zusätzliche Genehmigungen verlangt.

00:13:49: Welche Dokumente für ein konkretes Objekt vorliegen, ist jeweils im Auktionskatalog angegeben – nicht nur bei diesem Sale.

00:13:57: Käuferinnen und Käufern sollten die Bestimmungen des Ziellandes daher vor einem Gebot immer prüfen!

00:14:08: Wenn zum Artenschutzgesetz wird es ein bisschen kompliziert, aber es ist alles da was sein soll und wie gesagt.

00:14:13: Es ist nicht eins von diesen ganz, ganz strengen Dingen sondern weil das ja auch Zuchtieres sind und damit kann man sehr wohl damit herumreißend besitzen und auch letztendlich wieder mal

00:14:24: verkaufen.".

00:14:25: Wir haben jetzt viel darüber gesprochen, wie diese Sammlung entstanden ist.

00:14:29: Drehen wir die Perspektive an dieser Stelle vielleicht einmal um?

00:14:33: Angenommen jemand hört uns zu, besitzt noch!

00:14:35: Keine Birkin, keinen Panther und keinen Ordner voller Cartierrechnungen möchte aber anfangen so eine Sammlung aufzubauen.

00:14:45: Was wäre Ihr erster Rat?

00:14:47: Also ich glaube, ein guter Einstieg ist auf jeden Fall mal ein bekannter Klassiker einer großen Marke.

00:14:52: Ob das jetzt Cartier sein muss oder eine andere... Ich rede es mal über den Schmuck.

00:14:56: Vorher hab's.

00:14:56: die können wir gerne einstimmen aber ich glaub bei der Hatta schon kann man es genauso sagen.

00:15:00: Bei MES ist es eine Birkentasche oder eine Kelly vermutlich ja wenn man die Möglichkeit hat dass sich kaufen zu dürfen so muss man fairerweise sagen und im schmuckbereich eben einen bekannten Klassik.

00:15:11: Und dann ist es für mich aber auch ganz wichtig, seinen eigenen Stil zu finden.

00:15:14: Ich sage immer ganz gerne diesen Spruch by What You Love.

00:15:17: Man sollte sich niemals einreden lassen etwas zu kaufen weil das gerade innen ist oder weil jemand meint dass sie sein besonderes Investment sondern man sollte selber Freude dran haben.

00:15:25: und wenn man die nicht hat dann ist vermutlich das falsche Produkt.

00:15:27: Dann gibt's vielleicht ein anderes das besser zu einem passt.

00:15:30: also man sollte schon seinen eigenen stil finden gerade vor dem Hintergrund eine größere sammlung aufzubauen Dass man sich dann auch wirklich langfristig mit den stücken identifizieren kann.

00:15:39: Dann, wenn man sein Stil gefunden hat und es ist auch eben hier passiert dann wirklich man sich automatisch weiter.

00:15:44: Und im Schmuckbereich zum Beispiel bei uns gibt's ein ganz besonderes Stück das ist eine Armbanduhr die aber eigentlich aussieht wie ein Armband, ist wunderschön besetzt mit Diamanten im Baguette-Schliff und mit Safieren.

00:15:55: Und das ist ein Einzelstück, so genanntes Pissunique sagen wir bei den Uhren auch.

00:16:00: und dass man sowas kaufen darf oder überhaupt angeboten bekommt da muss man schon wirklich ein guter Kunde sein über viele Jahre oder Jahrzehnte und das ist sozusagen einer der Gipfel der Sammlung jetzt hier im Schmuckbereich und das haben wir auch.

00:16:11: und es ist natürlich ganz besonders Highlight

00:16:13: Frau Herbst, unterschreiben Sie by what you love was Herr Demetagat gesagt hat oder ist Ihnen das als Expertin vielleicht auch zu romantisch?

00:16:21: Kann ich nur zustimmen an Prinzipien.

00:16:23: Ich finde man sollte das kaufen, was in einem Feld.

00:16:25: Also man muss unbedingt eine Liebe dazu haben und sich damit identifizieren können.

00:16:30: Wenn du es nicht zu mir basteln, ich will's nicht ins Regaschen in Tasche esse für mich oder auch ein Schmuckstück!

00:16:36: Wertbewusstsein ist okay, aber ich sollte damit leben können auch.

00:16:40: Also mir persönlich wäre das ganz wichtig, sagst du auch allen meinen Kundinnen, wenn man die Frage ja eigentlich öfters gestellt kriegt und so wie kam sie Freude damit?

00:16:48: Und dann kann man sich weiterhandeln.

00:16:50: Man fangt wo an in der Möglichkeit des Preissegmentes was einem eben möglich ist Und dann sieht man eh, man schaut ja automatisch mehr.

00:16:59: Man lasst sich beraten und schaut selber was gefällt mir, was interessiert mich?

00:17:04: Die größten Sammlungen.

00:17:05: zum Schluss weiß der Sammler mehr als jede Experte weil er sich auf irgendwas spezialisiert hat.

00:17:09: Egal ob sie zum Schmuck oder um Handtaschen oder um Parzellan geht.

00:17:13: Genauso soll es sein!

00:17:14: Ich sage immer von guten Sammlern kann ich lernen.

00:17:17: Von einer tollen Sammlung stehe ich davor und sage mir bleibt der Mond offen.

00:17:21: Da kann man nur glücklich sehen, so was zu sehen zu können.

00:17:24: Und der Vorteil von uns in unserem Job ist dass wir es nicht nur durch wie drinnen sind sondern das wir sie in die Hand nehmen können.

00:17:30: Das macht so richtig Spaß

00:17:32: da!

00:17:32: Wir sind ja.

00:17:33: wenn's darum um die Aktionen geht sind wir teilweise auch Verkaufsberater oder Verkäuferin und Verkäufler.

00:17:37: also wir beraten ja unsere Kundinnen und Kunden, Sammlerin und Sammler.

00:17:41: und was ich gelernt habe ist manchmal ist ein Nein sehr wertvoll.

00:17:44: Wenn ich einen langjährigen Kunden habe, Kundin oder Kunde und sagt ja demit, da passt das in meine Sammlung.

00:17:48: Und ich finde es passt nicht, dann sage ich das auch.

00:17:50: Dann sage ich nee, ich glaube das passt nicht.

00:17:51: Ich glaube wir finden etwas was besser passt.

00:17:53: Wenn ich Ja sagen würde könnte ich wahrscheinlich den Kunden das Stück dann trotzdem verkaufen.

00:17:57: aber das ist ein kurzfristiger Umsatz und es ist zu kurzfristig gedacht.

00:18:01: also wir pflegen langjährige Beziehungen mit unseren Kundinnen und Kunden und da ist ein Nein manchmal ganz viel wert.

00:18:07: Das siehst du eigentlich in einem Auktionshaus sein?

00:18:10: Ihr ungewöhnlicher Satz möchte ich sagen, vor allem für jemanden dessen Beruf am Ende auch darin besteht Dinge zu verkaufen.

00:18:17: Manchmal ist der beste Rat aber vielleicht etwas nicht zu kaufen und aus diesem Nein entsteht so nehme ich es jetzt einfach mal an irgendwann auch der erste eigene Blick

00:18:27: Absolut, würde ich schon so sagen.

00:18:29: Ich glaube es ist auch ein Lernprozess.

00:18:31: Jeder fängt einmal an.

00:18:32: Ja.

00:18:32: Ich kenne keine Sammlung wo dann nicht einmal aussortiert wird irgendwo im Laufe der Zeit weil der Blick auch anders wird.

00:18:39: und wenn man sich selber damit weiterentwickelt ja?

00:18:41: Und ich glaube dieses Wachsen ist auch ganz wichtig.

00:18:44: Man sieht's ja letztendlich ja.

00:18:46: und ganz wichtig eben nicht einfach nur zu sagen ich investiere jetzt was verspricht ihr mir?

00:18:51: quasi war sie in zehn fünfzehn Jahren mehr wert hat.

00:18:53: das kann man schwer sagen.

00:18:55: aber wenn man eine Grundqualität kauft, dann ist man niederneben.

00:19:00: Wie man auch sieht, es ist immer schon das die Qualität passt oder vielleicht hat sie eine tolle Provenience und Geschichte – auch das ist ein Faktor!

00:19:10: Das sind so viele Faktoren, die dort zusammenspielen.

00:19:13: Aber ich bin sicher das es wächst und dass man mit der Sammlung auch mitwächst.

00:19:17: Absolut!

00:19:17: Ich habe einen Punkt möchte ich da gerne noch ergänzen.

00:19:19: Es trifft exakt für meine Bereiche zu also für Juwelen und Uhren.

00:19:22: Und was ich gerne sage ist kaufen Sie die beste Qualität, die das Budget hergibt.

00:19:27: Wenn wir zum Beispiel zwei Uhren haben vergleichbare Uhren, gleiche Marke, gleiches Modell in verschiedenen Qualitätsstufen dann haben sie natürlich sind die auch anders bepreist bei uns in der Auktion.

00:19:36: Ich sage meinen Kundinnen und Kunden, kaufen Sie die Uhr, die in Ihr Budget passt.

00:19:40: Und wenn die teurere reinpasst, dann nehmen sie lieber die, weil sie werden es bereuen, wenn sie sie nicht nehmen – wenn sie jetzt nicht die bessere Qualität

00:19:46: kaufen.".

00:19:47: Die Bandbreite dieser Sammlung alle, die den Katalog schon gesehen haben wissen das ist beträchtlich!

00:19:52: Insgesamt kommen einhundert Lose zur Aktion darunter siebzehn Hermes-Taschen und achtzehn Schmuckstücke aus Cartiers Pantera Kollektion.

00:20:03: dreistelligen niederen Bereich und reichen bei einzelnen Objekten bis einhunderttausend Euro.

00:20:09: Fünfundzwanzig Jahre hat es gebraucht, damit so eine Sammlung gewachsen ist und dann kommt der zwanzigste Oktober – Der Tag der Auktion!

00:20:18: Und innerhalb weniger Stunden werden daraus wieder einhunderteinzelne Lose.

00:20:23: Ist das für Sie beide nicht ein bisschen ein merkwürdiger Moment vielleicht?

00:20:27: Zum Gewissenpunkt ja.

00:20:29: auf der anderen Seite wissen sie ich jedes Ende hatte auch irgendwo einen Anfang.

00:20:32: ganz viele.

00:20:32: heute werde ich ganz Ich sage ganz viele Sprüche hier so.

00:20:35: Aber es ist ja auch so, das sind Schmuckstücke oder Handtaschen.

00:20:39: die haben diese Sammler über Jahre oder Jahrzehnte begleitet und das ist jetzt vorbei.

00:20:44: aber jetzt wird ein neues Kapitel aufgeschlagen und sie finden den Weg in eine neue Sammlung und von dem her hat's auch was Schönes für mich.

00:20:49: Genau!

00:20:50: Das ist für mich immer der Punkt weil das natürlich die Frage stellt man sich schon oder selbst wenn das Sammlerselber sich nicht... Wenns nicht der Nachlass ist also dass ich selber trennt was noch viel schwieriger ist weil er dann das ganze Herzblut dran hängt Es kauft genauso wieder jemand, der genau so gesammelt hat wie sie.

00:21:08: Das Wiederholt sehe ich letztendlich und das ist der Kreislauf und es ist genau richtig wieder.

00:21:14: Es kommt wieder zu jemanden, der den gleichen Gedanken hat als der ursprüngliche Sammler.

00:21:20: Entsteht die Geschichten dann dazu oder wenn wir haben ja nicht nur jüngeren Schmuck- oder Handtaschen, sondern wirklich Antiquitäten und da hängt zum Teil noch wissentlich sehr viel Geschichte dran.

00:21:32: Und das ist wiederum auch was der Sammler schätzt.

00:21:34: also es ist ein Wachsen im Sammel quasi für den zukünftigen

00:21:39: Besitzer.".

00:21:40: Dann schließen wir in dieser Podcastfolge doch vielleicht genau diesen Kreislauf einmal.

00:21:44: ganz persönlich Sagen wir mal, sie beide dürften heute jeweils ein Stück aus dieser Sammlung retten bzw.

00:21:52: schöner gesagt in ihre eigene Sammlungen überführen.

00:21:56: Frau Herbst was würden Sie nehmen?

00:22:00: Ja schon eine dieser netten Kogotaschen vielleicht die ganz kleine schwarze das Baby.

00:22:06: Das

00:22:07: ist sehr elegant ja!

00:22:09: Zum einen tragbar, weil sie nicht... Also das war jetzt so wirklich die Abentasche.

00:22:13: Die sind ja sehr große Modelle dabei, die auch ihren Zweck erfüllen.

00:22:18: aber da bin ich pragmatiker.

00:22:20: Ich würde die nehmen, die ich am häufigsten drehen würde und der Anfangszeichen.

00:22:24: Frau Herbst ganz pragmatisch also nicht das spektakulärste Stück sondern dass das tatsächlich mit ihnen nach draußen dürfte.

00:22:32: Wie schaut es bei Ihnen aus, Herr Demeter?

00:22:34: Also ich hab' eh schon vorhin darüber gesprochen, diese eine Uhr mit den Safiren und den Diamanten.

00:22:38: Die ist für mich fantastisch!

00:22:40: Nicht nur weil es ein Einzelstück in Pensionik ist, nicht nur weil's meine beiden Herzen anspricht – Uhren und Schmuck – sondern auch aufs urmacherische Sicht.

00:22:47: Es ist ein ganz besonderes Urwerk drin.

00:22:49: Das jegliche Kultriker-Lieber- one zero eins ist in den unsern dreißiger Jahren entstanden, galt für viele Jahrzehnte als kleinstes mechanisches Urwerk der Welt.

00:22:55: also das ist schon wirklich was echt Besonderes und da kommt ganz viel zusammen in dieser einen Uhr.

00:23:00: deswegen wäre das... ...meine Wahl.

00:23:03: Wir haben die ganze Zeit über den Panther gesprochen und jetzt liegt tatsächlich ein Cartier-Armband für uns eines aus der Pantercollection.

00:23:10: Wir haben am Anfang schon kurz darauf geschaut, zum Ende vielleicht noch einen schneller letzter Blick, Herr Demeter?

00:23:17: Es

00:23:17: ist ein fantastisches Schmuckstück, wohin du mit Brianten besetzt, flexibel zu tragen – es auch ein totaler Klassiker sieht man immer mal wieder bei internationalen Aktionen.

00:23:26: also das könnte durchaus irgendwo in Genf oder Hongkong versteigert werden.

00:23:29: Jetzt hier bei uns in Wien Hat einen sehr attraktiven Schätzpreis und das wird mit Sicherheit ein toller Abschluss der Auktion werden, weil Lot Nr.

00:23:36: onehundert ist und wird unser letztes

00:23:37: Lot

00:23:37: sein.".

00:23:43: Und damit schließt sich tatsächlich der Kreis – Mit dem Panther angefangen und bei Lot Nn.

00:23:48: ondert einem Kartierpanther Armreif wieder bei diesem angekommen!

00:23:53: Die Art of Luxury-Onehunderteilights aus einer wichtigen deutschen Sammlung wird am Zweiundzwanzigsten Oktober in Wien versteigert.

00:24:02: Alle Infos dazu finden Sie wie immer online auf Dorotheum.com.

00:24:06: Zu Gast waren diesmal Regina Herbst, Expertin für Handtaschen und Accessoires.

00:24:11: Und Philipp Demeter, Leiter der Abteilung Juwelen & Uhren im Dorotheum.

00:24:17: Ich bin Andreas Maurer.

00:24:18: Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!

00:24:21: Weil

00:24:21: Kunst eben mehr ist als man sieht.

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